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Rheinlandpokal 2010 Köln

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Kommentar: Galopprennen in Deutschland ist zur Randsportart verkommen

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Randsportart Galopprennen bittet zum Totentanz ...

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Dachmarke German Racing sucht …

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Dachmarke German Racing sucht …

sein Selbstverständnis,

die Zielgruppe(n),

den Weg zum Kunden,

der 1te Workshop „German Racing meets Journalisten“ fand am 30ten April 2010 im legendären Schwimmbad des Schloss Röttgen, dem heutigen Pavillon statt. Dr. Paul als Hausherr der Mehl-Mühlens Stiftung begrüßte die ca. 35 versammelten Vertreter von Rennvereinen und Rennsportpresse. Fast auf den Tag genau vor 25 Jahren (21ter April 1985) wurden nach dem Tod von Maria Mehl-Mühlens, die Mehl-Mühlens Stiftung aus der Taufe gehoben. In diesem viertel Jahrhundert hat sich der deutsche Rennsport enorm gewandelt.

Die erste Dekade bescherte dem Sport der Könige, ein nie dagewesenes Wachstum, es wurde ein Rekord nach dem anderen gebrochen, stellvertretend sei der Gewinn des legendären Hengst Lando im November des Jahres 1995 in Fuchu , Japan genannt, als der damals 5jährige Hengst des westfälischen Gestüts Ittlingen, der Familie Ostermann (bekannt durch die gleichnamigen Möbelhäuser) vor der Kulisse von 180760 Zuschauern mit 1 ½ Längen den ultimativen Höhepunkt der deutschen Vollblutzucht markierte.

Lang, lang ist es her, seit diesen Tagen haben sich noch die ein oder andere sportliche Leistung in das ewige Buch eingetragen, doch mit der rennsportlichen Entwicklung  in Deutschland ging es umgekehrt proportional nach unten.

Dr. Paul sprach in seinem Grußwort davon, dass das Stiftungsziel die Förderung der Vollblutzucht sei, und deshalb habe man sich entschlossen German Racing am heutigen ein Forum zu geben um am Ende des Tages hoffentlich etwas Gutes für den Galopprennsport bewirkt zu haben.

Albrecht Woeste Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen sprach davon, dass der „Rennsport“ ein schönes Bild vor Augen habe, und dass es nunmehr darum gehe, einzelne Mosaiksteine zu bearbeiten. Im Einzelnen sei dies neben der weiteren Eröffnung von XXL-Wettshops,  drei Felder, die es gilt besonders zu beackern:

  1. Produkt Wetten Woestes Stichwort hier : Was können wir hier für neue Produkte anbieten, um das Wetten auf deutschen Rennbahnen interessanter zu machen. 
  2. Die Verbesserung der Zusammenarbeiten mit den einzelnen Rennvereinen unter den Gesichtspunkten Effizienz, Betriebsvergleich, wer kann was und wer kann von wem lernen?
    Ziel sei es die Kosten in den Griff bekommen, und den Event Rennen/Renntag für ein breiteres Publikum zu öffnen.
  3.  Essentiell sei es Marketing und Information zu forcieren. Hierzu führte Albrecht Woeste in bekannt deutlichen selbstkritischen Worten aus:“ … und da sind wir in Köln [Direktorium für Vollblutzucht und Rennen (DVR) und seine Wirtschaftsbetriebe eingeschlossen]‚ unterbelichtet‘, dies müssen wir feststellen.“. Woeste verwies auf das Intermezzo von Iris Albrecht, als Leiterin Marketing, dass vor seiner Zeit bereits wieder gekippt worden sei. Dies dürfe nicht dazu führen, das Marketing und Information in Zukunft nur nebenbei betrieben würden. Woeste:“ Ohne eine vernünftige Öffentlichkeitsarbeit hat alles keinen Sinn“.

Er dankte dem Fondsmanager und Vorstandkollegen im DVR Eckard Sauren und dem ehemaligen Journalisten und heutigem Geschäftsführer des Internet-Dienstleisters 9vor9 gmbh Niko Lafrentz , dafür das sie in schwieriger Zeit, ehrenamtlich für German Racing neben ihrem eigentlichen Tagesgeschäft aktiv geworden seien. Die Suche nach professioneller Unterstützung sei jetzt umso wichtiger und überlebenswichtig. Er appellierte an alle in der Öffentlichkeitsarbeit Aktiven sich in die Arbeit für den Galopprennsport einzubringen, es dürfe nicht dazu kommen, dass Kompetenz und Sachverstand ausgegrenzt werden. Es ginge darum, dass der Galopprennsport besser zusammenhalten würde, er ging sogar soweit zu sagen, dass er eine verschworene Gemeinschaft werden müsse. Wenn dies gelingt, dann macht es Sinn Events und neue Wettformen auf die Rennbahnen zu bringen, aber wenn es nicht gelingen sollte die Informationen rund um die Galopprennen über die heutigen Grenzen hinaus zu platzieren, dann wäre alles umsonst gewesen und das ist aus Sicht von Woeste keine Option mit der sich zufrieden geben könnte. Albrecht Woeste verkörpert dies alles in seiner Person, seiner Körpersprache, Mimik und Sprache. Er muss sich aber gegen partikulare Interessen behaupten und durchsetzen. Den Arbeitsauftrag, den Woeste der Runde ins Stammbuch schrieb formulierte es wie folgt: „ Dem Rennsport geht es nach wie vor bescheiden schön, er griff zu markigen Formulierung: beschießen, machen wir uns nichts vor, aber ein Stück Hoffnung ist da, aber nur wenn ein Stück Hoffnung da ist, dann arbeiten alle nach vorne.“

Eckhard Sauren führte in seinem Vortrag zur Dachmarkenstrategie von German Racing aus: „Eine gemeinschaftliche Marke für den deutschen Rennsport ist von Vorteil, für alle. Der Effekt in der Öffentlichkeit ist entsprechend, die Wahrnehmung wird gesteigert und verleiht dem Galopprennsport mehr Gewicht.“ Sauren sprach das entwickelte Cooperate Identity-Handbuch an, mit dem es den Rennvereinen von nun an gelingen solle Türen und Tore zu öffnen um das dem Nischensektor heraus zu treten. Eine starke Marke sei Image fördernd und dadurch entstünden Synergien für die Veranstalter. Die Marke German Racing sei bewusst modern, deshalb englische Idiome, um dadurch neue Zielgruppen zu erschließen. In Kombination mit dem Presse- und  PR-Portal, könne dadurch eine „Verjüngung“ des Rennsports erreicht werden.

Die Dachmarke GermanRacing soll dafür sorgen, dass ein aufzubauendes, positives Image dann in einer zweiten Stufe übertragen werden kann auf die Wettplattformen Racebets und Germantote. Eckhard Sauren machte in seinen Ausführungen einen Unterschied zwischen dem Totalisator und „Internetprodukten“ ohne näher auf die Unterschiede eingegangen zu sein und erhofft sich insgesamt eine positive Ausstrahlung der Aktivitäten.

GermanRacing sei der Außenauftritt des deutschen Galopprennsports, für die Verwaltung im inneren bleibe unverändert das Direktorium, eine klare Aufgabenverteilung wurde aber nicht skizziert. Man wolle versuchen zentrale Kooperations-, Marketing-  und Sponsor -Partner zu gewinnen, man wolle daran in Schritten arbeiten.

Im Klartext: Es fehlt in diesem zentralen Bereich eine vermittelbare Vision, es gibt keine schriftlich definierten Ziele, man ist noch in der pränatalen Findungsphase.

Die Ausführungen von Eckhard Sauren zu dem Merkmalen  von German Racing waren sehr verwirrend vorgetragen, GermanRacing funktioniere regional sowie international. Hier wurde die nationale Ebene komplett ausgeblendet, anstatt eine klare Fokussierung auf den regionalen und nationalen Charakter zu geben, schwebte Sauren schon im Ausland, der dritte vor dem zweiten Schritt.

Der Begriff Racing ließe sich in Deutschland noch mit dem Motorsport in Verbindung bringen, aber dadurch, dass der Galopprennsport jetzt die Marke German Racing habe könne eine Umpolung des Begriff Racing hin zum Pferdrennsport erreicht werden. Man rufe zur Verifikation einmal Google auf, beim Stichwort „RACING“ kommen 189.000.000 Stichwort-Treffer, somit ist die selbstgesteckte Aufgabe (RACING ist das Synonym für Galopprennsport), doch ein wenig relativiert, es ist eine Seifenblase, eine Illusion, der man in der Marketing-Kommission nachhängt. Einen Sechser im Lotto zu erzielen wäre wohl leichter, hier einen ersten Treffer zu landen liegt nur bei 1:140.000.000.

Völlig konfus waren die Äußerungen zum visualisierten Pferdekopf mit Nationalfarben und welche Assoziationen sich damit erreichen lassen könnten. Mit dem Slogan „Erlebnissport der Extraklasse“ wolle man in die Köpfe der Gesellschaft eindringen. 80.000.000 Bundesbürger, ein ambitioniertes  Ziel. Ein altes afrikanisches Sprichwort sagt: „Willst du einen Elefanten essen, so musst du ihn in kleine Happen zerteilen“.

Es ergibt sich kein Zielgruppen orientiertes Vorgehen, keine Message, die über das Marketing und die PR transportiert werden kann.

Die ultimative Werbkonzeption, sind Kugelschreiber und Kappen, die aber noch im Container aus China angelandet werden müssen.

Nächster Highlight soll eine Imagebroschüre werden, die aber so universell gestaltet wird, dass der Twen und der Greis gleich bedient wird, genauso wie die Marketingabteilung eines potentiellen Sponsors oder der Erstbesucher, auch hier fehlt die Vision, schade um die Druckkosten.

Unter dem Stichwort Guerilla-Marketing gäbe es im WWW unzählige sinnvollere Anregungen, wie mit einem kleinen Budget Visionen umgesetzt werden können.

Last but not least kommt eine Wettbroschüre, die die Grundwettarten darstellen soll und dadurch kommt es zu einer Effizienzsteigerung, welche Effizienz zu steigern ist, blieb auch im Nebel verborgen.

Auf die konkrete Nachfrage welche Zielgruppen denn erreicht werden sollen, verwies Herr Sauren auf den folgenden Vortrag von Herrn Figge, der über die vermeintlichen Erfolge bei Facebook referieren werde und im speziellen, würden mit den Imagebroschüren die Rennvereine genügend Unternehmen ansprechen, die wegen der Imagebroschüre in Scharren auf die Rennbahnen zu „ihren“ Company-Events kommen würden.

Konkret wusste Eckard Sauren nur weiter zu berichten, das die neue Zielgruppe jünger sei, als der heutige Rennbahnbesucher. An dieser Stelle schaltete sich Albrecht Woeste in die Diskussion ein, und definierte aus dem Stand mehrere Zielgruppen, die als Multiplikatoren fungieren könnten, die das Kribbeln des Wettens mal haben wollen. Er sagte: „ Wenn wir immer weiter nur unter uns arbeiten, dann kriegen wir nicht den Durchbruch nach vorne.“ Niko Lafrentz warf ein, dass langfristig ein Zielgruppenpool die heutige 10-12 jährigen Wendy- und Bravo-Generation seien, dies seien die Besucher in 3-4 Jahren. Dies mag sein, aber bis zum individuellen 18ten Geburtstag dürfen diese Jugendlichen nicht wetten, also kurzfristig als Deckungsbeitrags-Erbringer ist diese Zielgruppe auch nicht geeignet.

Es kam in der Quintessenz heraus, dass es weder genauer Beschreibungen von den diversen Zielgruppen gibt, noch gibt klar definierte Meilensteine. Nichts ist demnach überprüfbar, alles verschwimmt im Nebel der Formulierungen.

Klaus Göntzsche wies zu Recht auf dem demographischen Wandel hin und auf die Zielgruppen mit Migrationshintergrund. Ein gutes Stichwort. Göntzsche fehlte auch eine verständliche Wettbroschüre, die es einem Newbie ermöglicht sich im Dickicht der Wettscheine zu Recht zu finden

Hier wäre eine Blindtextstudie zu empfehlen, mit Probanden, die noch nie eine Rennbahn betreten , geschweige denn einen Wettschein ausgefüllt haben. Eine solche Maßnahme bringt den Galopprennsport weiter als, wenn sich „Profizocker“ darüber unterhalten, was wäre wenn. Der Pragmatismus fehlt an allen Ecken und Enden.

Einzig Albrecht Woeste stellte immer wieder die richtigen Fragen in die Runde in dem er einwarf: „Wissen wir den warum jemand zum Pferdrennen geht? Wenn wir mit der Gießkanne herumgehen, machen wir etwas falsch.“

Daniel Delius wies darauf hin, dass es in den letzten Monaten vor keinem bedeutenden Rennen bzw. Renntag mehr eine Pressekonferenz  gegeben hat, der Sport versteht es nicht sich medienwirksam zu präsentieren. Delius sagte betonte, dass die vorhandene Viererwette erst einmal optimiert werden sollte, bevor es daran geht neue Wettangebote zu kreieren, das optimal vermarkten, was bereits angenommen wird, sei besser als auf ein neues Pferd zu setzen.

 

 

 

Bilder vom Workshop 30.04.2010

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Kali 1000 German Gunieas 2010

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Siegerin in den 90ten German 1000 Gunieas 2010 Düsseldorf

 

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